Das Brauhaus Früh am Dom

Das größte Brauhaus der Altstadt hat sich zum Flagschiff der Zunft gemausert und ist auch zum Schauen einen Besuch wert

Wer nach Köln reist, das den Besuch in einem der traditionsreichen Brauhäuser nicht versäumen. Rund um den Dom gibt es mehr als ein halbes Dutzend davon, darunter Kölns größtes Brauhaus, das Früh am Dom. 1904 von Peter Josef Früh gegründet, ist es heute für viele das Flagschiff unter den Kölner Brauhäusern ist. Innen verteilen sich die Gasträume auf drei Etagen. Im Erdgeschoss findet man die typischen rustikalen Tische, Bänke und Stühle vor, Wände und Sitzbänke sind mit dunklem Holz verziert. Deckenmalereien und ein Kachelofen schmücken den Gastraum ebenfalls. Am Eingang der Schänke wird das Kölsch vom Fass gezapft, das auf dem hölzernen Fassbock steht. Hier an der "Quelle" gibt es Stehtische und Konsolen an der Wand für alle, die nicht in der Stube Platz nehmen und einfach ein Kölsch im Stehen trinken wollen. Eine Treppe tiefer gelangt man ins Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert, wo es urgemütlich eingerichtet ist. Während es in den Brauhaussälen in Parterre und unten eher deftige Kost gibt, geht es in den "Hofbräustuben" im ersten Stock etwas feiner zu. Hier in den früheren Wohnräumen der Familie Früh gibt es auch internationale Gerichte und gute Weine. Im Sommer ist das Früh am Dom auch deshalb beliebt, weil man im Biergarten vor dem Portal sitzen und dabei recht schön in die Umgebung mit der Fassade des Dom-Hotels, dem Heinzelmännchenbrunnen rechts und hinüber auf die belebte Domplatte schauen kann.

Am Hof 12-14. 261 32 11. www.frueh.de. Tipp: Unternehmen Sie mit Ihrer Gruppe die lustige und vielseitige Brauhaus-Tour. Mehr Infos über den Link.


Spezialitäten der "Kölschen Fooderkaat"

Typische Gerichte der kölschen Speisekarte, die sehr lecker sind. Und sie passen hervorragend zur flüssigen Spezialität Kölns, dem Kölsch.

Halver Hahn. Oft bekommt man nach ein paar Kölsch Appetit auf etwas Herzhaftes. Wer einen Halven Hahn von der Speisekarte bestellt hat und ein halbes Hähnchen erwartet, wird staunen: Der Köbes wird ein  Röggelchen (Roggenbrötchen), Butter und eine Scheibe mittelalter Gouda-Käse bringen. Darauf streicht man dann noch ein wenig Mostert, also Senf, und fertig ist der Genuss für den Gaumen. Klingt kurios, schmeckt zum Kölsch aber wirklich lecker. Es gibt viele Legenden über diese Mahlzeit mit dem irreführenden Namen, erfahren Sie mehr im Brauhaus.

Kölscher Kaviar. Ein wenig Ironie und Humor wie im Karneval steckt in den Namen der typischen Kölner Speisen. Dazu zählt auch der Kölsche Kaviar mit Musik - das ist ein Stück Flönz (Blutwurst), das  gebraten und mit Zwiebelringen garniert wird. Wer fragt, worin denn die Musik besteht, warte auf die Verdauung der Zwiebeln. Alles klar? Doch auch ohne unerwünschte Misstöne und Gerüche kann man diese Spezialität genießen und sogar die Gesundheit fördern. Denn bei  Himmel un Äd  (Himmel und Erde) gibt es zur gebratenen Flönz ein Gemisch aus Apfelstücken (für den Himmel) und gestampften Kartoffeln (als Symbol für die Erde).

Hämchen. Deftig und kräftig ist auch dieses Gericht, das es ähnlich zubereitet etwa auch in Bayern gibt. Im Kölschen Brauhaus wird Ihnen als Hämcher eine meist recht große Schweinshaxe serviert, die gepökelt und in einer Wurzelsud gekocht wurde. Zur Haxe ißt man Sauerkraut und Kartoffelpüree als Beilage und würzt das rosige Fleisch mit mittelscharfem Senf. Das Fleisch ist übrigens sehr zart, die Schwarte kann man getrost beiseite legen. In jedem Fall ist dieses Menü ein Fall für den richtig großen Hunger bei oder nach einem langen Besuchstag in Köln - und richtig stilecht wie die anderen Gerichte ist es auch.


Kölsche Gemütlichkeit im Brauhaus

Blick ins Brauhaus Gaffel am Dom. Foto: Privatbrauerei Gaffel Köln


Kölsch- und Brauhauskultur

Kölsch soll (wie jedes Bier) immer frisch getrunken werden und das gelingt in kleinen Einheiten nun mal am besten. Gut 20 Kölschmarken gibt es derzeit. Die meisten hiervon werden heute in großem Umfang hergestellt, nur das Kölsch von Malzmühle und Päffgen kommt noch aus der Hausbrauerei unweit der Schänke. Kölsch trinkt man am besten in einem traditionellen Brauhaus. Dort wird das Kölsch vom "Köbes" (siehe Foto, danke an das Brauhaus Früh am Dom) serviert, der die Funktion des Kellners übernimmt, dessen Selbstverständnis aber darüber hinaus reicht. Er ist so etwas wie eine Institution in jedem Kölner Brauhaus. In der blauen Kluft, dem Hemd und dem Leinenschurz mit der ledernen Geldtasche vor dem Bauch bringen die Köbesse (so der Plural) die Kölschstangen und das Essen an die Tische mit ihren traditionell glatt geschliffenen Tischplatten aus hellem Holz. Übrigens kann es vorkommen, dass Ihnen der Köbes ungefragt ein frisches Kölsch vorsetzt, obwohl Sie Ihr Glas noch gar nicht ganz ausgetrunken haben. Geschichtlich betrachtet waren die Köbesse einst Brauknechte, die tagsüber beim Bierbrauen und abends beim Ausschank halfen. Letzteres ist bis heute geblieben, ebenso die Schlagfertigkeit der Kölschen Kellner, die für kesse Sprüche bekannt sind. Das gehört dazu und ist alter Brauch. In jedem Fall kann man im Kölschen Brauhaus meist eine schöne Zeit verbringen. Wer den automatischen Nachschub stoppen möchte, der legt einen Bierdeckel auf sein Glas.

Tipp: Wer eine Stadtführung in Köln mit Schwerpunkt auf die "Kölsch-Geschichte" der Stadt erleben möchte, der bucht für seine Besuchergruppe die Brauhaus-Tour.


Stadtführungen in Köln für Gruppen

Brauhaus-Tour

Das Wort "Kölsch" hat drei Bedeutungen: Herkunft, Sprache und Bier. Bei unserer lustigen Brauhaus-Tour geht es um alle drei Begriffe, vor allem aber um das flüssige, trinkbare Kölsch. Wir haben viele lustige Anekdoten und Histörchen über den Kölner an sich, den Dialekt und das leckere Gebräu für Sie auf Lager. Es geht um Heilige, die Rolle der Kirche und den Kölschen Klüngel. Im Brauhaus lassen wir uns vom Köbes ein Kölsch servieren und lernen das Kölsche Grundgesetz und die "Fooderkaat", also die Speisekarte kennen und erfahren, wie der "Halve Hahn" zu seinem Namen kam. Programmseite und Anfrageformular.

Brauhäuser in der Kölner Altstadt

Brauhaus Päffgen

Das Päffgen ist ein unter den Traditonshäusern ein Besonderes. Im typischen rustikalen Ambiente trinkt man das leckere Kölsch vom Faß aus der eigenen kleinen Hausbrauerei im Hof. Zum Kölsch ißt man auch im Päffgen vor allem deftige Gerichte, so etwa der Halve Hahn und warme Speisen. Der kleine Biergarten im Innenhof ist im Winter mit Glas überdacht und beheizt. Friesenstr. 64, 13 54 61.

Gaffel am Dom

Im Gebäude des einstigen "Alt Köln" befindet sich das Brauhaus "Gaffel am Dom". Auf 1.300 m² findet man das typisch-rustikale Mobiliar wie etwa die blanken hellen Holztischplatten, dunkle Wandvertäfelungen und ein echt wirkendes, von innen befeuertes Oberlicht. Schön anzusehen sind auch die kupfernen Sudkessel an der linken Raumseite. Draußen gibt es zur Bahnhofsseite hin ein kleiner Biergarten. Trankgasse, 913 62 60.

Bierhaus En D'r Salzgass

Das "Bierhaus En d'r Salzgass" ist ein weiterer schöner Stein im bunten Mosaik der Bier- und Brauhäuser der Kölner Altstadt: recht groß, die Plätze und Nischen auf mehrere Ebenen verteilt und stilgerecht rustikal mit viel dunklem Holz und blank geschliffenen hellen Tischplatten ausgestattet. Ausgeschenkt wird das in Köln zurecht beliebte Päffgen Kölsch und natürlich vieles mehr mit und ohne Alkohol. Auch das Essen ist zu empfehlen. Salzgasse 5-7, 800 1900.

Brauhaus Zur Malzmühle

Ursprüngliches und einfaches Brauhaus. Das Kölsch wird hier im Hause gebraut. Wie gut es ist, das erfuhr der damalige US-Präsident Bill Clinton, als er zum Weltwirtschaftsgipfel 1999 in Köln war. Ganz angetan von der Kölner Spezialität soll Clinton dann frei nach John F. Kennedy gesagt haben: "Ich bin ein Kölsch!". Heumarkt 6, 21 01 17.

Peters Brauhaus

Typisch rustikales und geschmackvolles Interieur hinter einer schönen und edlen Hausfassade. Gemütlich wie doch fast alle Brauhäuser ist das Peters in verschiedene Bereiche unterteilt, so etwa der "Malerwinkel" oder das "Kapellchen". In der "Braustube" gefällt das Oberlicht aus buntem Bleiglas. So macht das Essen und Trinken Spaß. Mühlengasse 1, 257 39 50.

Sion Brauhaus

Ein beliebter Treff für Kölner und Köln-Besucher. Das Sion ist ein ebenfalls recht großes Brauhaus, dennoch ist es etwas gemütlicher als andere. Von der Decke hängen Leuchten mit  Lampenschirmchen, die ein warmes Licht spenden. An den Wänden prangen große Köln-Gemälde aus alter Zeit und ein Porträt von Konrad Adenauer. Alles in allem also eine heimelige Atmosphäre, wo das Sion Kölsch und die Speisen gut schmecken. Unter Taschenmacher 5 257 85 40.

Sünner im Walfisch

Das Brauhaus "Sünner im Walfisch" ist einem schönen Haus aus dem 17. Jahrhundert gelegen, das einst gar nicht hier stand. Es wurde 1935 Stein für Stein hierher umgesiedelt. An dieser Stelle gab es aber schon seit 400 Jahren ein Brauhaus. Heute wird das Haus von Sünner, einer Brauerei in Kalk, einem rechtsrheinischen Teil Kölns geführt. Nicht nur das gute Kölsch und die Speisekarte, allein das nette Lokal lohnt einen Besuch. Salzgasse 13, 257 78 79.

Gilden im Zims

Das "Gilden im Zims" ist ein großes Lokal auf drei Ebenen in einem schönen Renaissancegebäude von 1568. Für das noch recht junge Brauhaus in dem modernisierten Haus hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen und besinnt sich hier zurück auf den Typus des Kölschen Helden. Dies sind viele Männer und wenige Frauen, die in der Kölner Stadtgeschichte eine ganz besondere Stellung haben, angefangen bei Julia Agrippina über Albertus Magnus und Heinrich Böll bis zu Konrad Adenauer. Alle sind im Haus abgebildet oder anderweitig verewigt.
Heumarkt 77, 168 66 110.


Brauhäuser und kölsche Geschichten gehören zur lustigen Brauhaus-Tour von Nice City Tours.