Zentrum für Zukunftstechnologien Köln

Forschung und akademische Lehre haben in Köln eine lange Tradition. So besteht die Kölner Universität seit 1388, sie ist damit die drittälteste Deutschlands. Heute gibt es mit dem "Zentrum für Ingenieurwissenschaft" an der Fachhochschule Köln ein weiteres Entwicklungszentrum mit sehr gutem Ruf. Köln ist Sitz einiger Forschungsinstitute mit Weltgeltung. Innovative Unternehmen haben in Köln Hauptsitz, Niederlassung oder wurden gleich hier gegründet. So ist die Domstadt führend in der Informations- und Kommunikationstechnik, in der Luft- und Raumfahrtforschung sowie in den Sektoren der Solar- und  Umwelttechnik und der Bio- und Gentechnologie. Als neueste Entwicklung wird hier die Ansiedlung von Microsoft im Rheinauhafen als jüngstem Topstandort für innovative Firmen in Köln genannt. Seit langem ist Köln einer der wichtigsten Technikzentren Europas. Der Kölner Physiker Georg Simon Ohm formulierte hier 1826 sein Gesetz der elektrischen Ströme. 1876 entwickelt Nikolaus August Otto in Köln den ersten Viertakt-Motor und gründet die Klöckner Humboldt Deutz AG, die heute als Deutz AG erfolgreich weiterbesteht. Überhaupt ist Köln im Fahrzeugbau stark. Diese Tradition eigener Forschung und Entwicklung führen außer den größeren Kölner Unternehmen wie Ford, Madaus oder NetCologne auch viele Jungfirmen in Ihren "Start ups" fort. Denn Köln ist zu einem deutschen Zentrum für Unternehmensgründungen in den modernen Technologie- und Dienstleistungsbranchen geworden und expandiert hier weiter.

Weitere Infos über die Branchen gibt es bei der Industrie- und Handelskammer zu Köln, 16 40-500. Internet: www.ihk-koeln.de.


Kölner Forschungsinstitute

Transschall Windkanal. Der Europäische Transschall Windkanal ist die weltweit modernste Anlage für aerodynamische Tests etwa an Flugzeugen wie etwa dem A3XX von Airbus. Die Anlage kann die Strömung und die Temperatur der Luft, wie sie im wirklichen Flug auftritt, exakt simulieren und wird deshalb als einzigartig gelobt. Kontakt: 02203 609-01.

Licht- und Bautechnik. Das Institut für Licht- und Bautechnik forscht im Bereich der Solar- und Lichttechnik für Gebäude. Dabei geht es etwa um den Einsatz von Hologrammen in das Glas von Fenstern, um das Licht so zu brechen, dass es auf die Decke gelenkt den Raum beleuchtet. So lässt sich Strom für die Beleuchtung einsparen. Kontakt: Tel. 83 10 94.

Landesinitiative Bio- und Gentechnik. Die Initiative "Bio Gen Tec NRW" hilft Gründern und jungen Firmen der Bio- und Gentechnik in Nordrhein Westfalen. Ziel ist Förderung von Kooperationen zwischen Forschung und industrieller Verwertung. Auch betreibt die 1994 gegründete Initiative PR-Arbeit für die Biobranche. Kontakt: 94 98 24-0.


Von Köln aus ins Weltall - da simmer dabei

Marssonde am Ziel Ihrer Misson zum roten Planeten. Foto: DLR



Bio- und Gentechnik

Der Bio- und Gentechnologie gehört die Zukunft. In Köln begann diese Zukunft schon vor mehr als 50 Jahren. Denn in 1956 wurde das Max Planck Institut für Züchtungsforschung (MPIZ) gegründet. Hier dreht sich alles um Pflanzenzüchtung und die Verbesserung ihrer Verfahren. Geforscht wird an Nutzpflanzen wie Kartoffel, Zuckerrübe, Weizen oder Mais. Durch die Gentechnik sollen die Pflanzen gegen Krankheiten resistent gemacht werden, um Ernteausfälle zu reduzieren. Zugleich wird weniger Chemie auf den Feldern ausgebracht. Zu höheren Erträgen trägt auch die bessere Effizienz der Züchtung durch die Gentechnik bei. Denn im Vergleich zum klassischen Kreuzen lassen sich gewünschte Eigenschaften gezielter und schneller übertragen. Dies hat bei der Forschung des MPIZ an der Ölpflanze Raps weltweit beachtete Resultate erbracht. Zu Öl vermahlen, ist sie vielseitig verwendbar, so als Speiseöl oder als Biodiesel zum Antrieb von Motoren.

Carl-von-Linné-Weg 10, 50829 Köln. 5062-0. mpiz-koeln.mpg.de.



Das Luft- und Raumfahrtzentrum DLR

In der Forschung wollen sie letztlich immer ganz hoch hinaus, die Kölner Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Denn hier in den Kölner Laboren des DLR wird viel getan, damit Mensch und Material in russischen Raketen oder amerikanische Shuttles ins All starten können. Zu den Sternstunden des DLR gehörte die Mitarbeit an der Mission der russischen Weltraumstation MIR im Jahre 1997. Das DLR übernahm damals die Ausbildung der Kosmonauten im eigenen Trainingszentrum, bereitete den Bordbetrieb vor und stellte ein Mitglied der dreiköpfigen Crew. Seit Ende 1998 ist das Institut am Aufbau der Internationalen Raumstation ISS beteiligt. Im Bereich der Luftfahrt hilft das DLR beim technischen Design neuer Flugzeuge etwa durch Windkanaltests oder Flugsimulationen und entwickelt neue Werkstoffe und Bauweisen. Auch die Optimierung der Aerodynamik von Flugzeugen zählt dazu. Das öffentlich mit jährlich mit über einer Milliarde Euro finanzierte DLR macht sein Know-how für die europäische Wirtschaft nutzbar. So werden die bei Raumflügen und im All gewonnene Erkenntnisse für das Leben auf der Erde verwendet, wie etwa bei Gewinnung und dem Verbrauch von Energie in der Solar- oder Antriebstechnik.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Linder Höhe, 51147 Köln. 02203/601-0. www.dlr.de.


Universitäten und Hochschulen in Köln

Universität zu Köln

Die Universität zu Köln wurde 1388 als vierte Hochschule im Deutschen Reich gegründet. Ihr Vorläufer war das von Albertus Magnus mit ins Leben gerufene "studium generale", wo der Meister auch lehrte und einer seiner Schüler Thomas von Aquin war. Heute ist die Kölner Universität die größte in Deutschland. An sechs Fakultäten sind 47.000 Studenten (davon sind 10% Ausländer) mit Ziel Magister, Staatsexamen, Lehramt oder Diplom sowie seit einiger Zeit auch Bachelor und Master eingeschrieben. Namhafte Forscher haben an der Uni Köln gelehrt und geforscht: Schmalenbach, Gutenberg und Müller-Armack oder der Philosoph Max Scheler. Und auch heute lehren in den Hörsälen des grünen und weitläufigen Campus einige renommierte Gelehrte der Politikwissenschaften, der Ökonomie und der Soziologie. Kontakt: 470-0.

Fachhochschule Köln

Auf Initiative des Kölner Kaufmanns Gustav von Mevissen entstand 1901 die "Städtische Handels-Hochschule Cöln", damals eine neue Hochschulart. Ihr Nachfolger ist heute die Fachhochschule Köln, die 1971 aus einzelnen Fach- und Ingenieurschulen hervorging. Mit 18.000 Studierenden, 10 Fakultäten und 53 Studiengängen ist die FH Köln die größte ihrer Art in ganz Deutschland. Einige Studiengänge wie Restaurierung, Sprachen, Versicherungs- und Photoingenieurwesen oder Landmaschinentechnik sind selten oder einzigartig in Deutschland. Kontakt: 8275-1.

DSHS Deutsche Sporthochschule

Köln war und ist schon immer eine Sportstadt - auch wenn es derzeit für den 1. FC Köln und den Eishockeyclub KEC eher schwach ausschaut. Doch gemeint sind hier die Sportwissenschaften. Denn mit der 1947 gegründeten Deutschen Sporthochschule hat Köln die einzige Universität dieser Art in Deutschland. An 19 Instituten bereiten sich 6.000 Studierende aus 58 Ländern auf eine Karriere als Sportwissenschaftler, Lehrer oder Trainer vor. Es können alle denkbaren Sportarten studiert werden. Darüber hinaus werden in einem Lehrgang für Fußball-Lehrer, den die "SpoHo" seit Gründung mit dem DFB und dem Land NRW anbietet, künftige Amateur- und Profitrainer ausgebildet. Adresse: Am Sportpark Müngersdorf 6, 4995934.

Musikhochschule

Schon lange bevor Köln zum deutschen Medienstandort Nummer 1 wurde, waren Kunst und Kultur feste Größen der Stadt, darunter nicht zuletzt die Musik. In dieser Tradition steht die 1850 als Konservatorium gegründete staatliche Hochschule für Musik Köln. Mit heute mehr als 1.800 Studenten aus allen Erdteilen gehört die Kölner Musikhochschule zu den größten Europas. Hier werden Solisten in Gesang und am Instrument, Dirigenten, Komponisten, Tänzer und Lehrer in neun Studiengängen ausgebildet. Was die Musiker in spe bereits können, wird bei meist kostenlosen Konzerten im großen und im Kammermusiksaal aufgeführt. Kontakt: 9128180.

Kunsthochschule für Medien

Als das Medienzentrum in Deutschland geht Köln bei der Nachwuchsförderung ebenfalls voran. So nahm die erste Kunsthochschule für alle audiovisuellen Medien 1990 in Köln den Lehrbetrieb auf. In vier oder acht Semestern werden Künstler, Gestalter, Autoren und Regisseure in Film und Fernsehen, Medienkunst und -gestaltung oder in Medienwissenschaften ausgebildet. Es lehrt ein Team renommierter und oft prominenter Professoren und wissenschaftlicher Mitarbeiter. Es werden rund 300 Studenten zugelassen. Kontakt: 201890.